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Mutterschaftsvorsorge
IGEL-Leistungen im Überblick

Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Wir begleiten Sie und Ihr Baby zuverlässig durch diese besondere Zeit – gemeinsam mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin.
 

Was passiert typischerweise während der Mutterschaftsvorsorge?

  • Alle zwei bis vier Wochen finden Vorsorgeuntersuchungen statt.

  • Ergebnisse und Befunde werden im Mutterpass dokumentiert.

  • Blutuntersuchungen (Blutgruppe, Antikörper, Rötelnstatus, Infektionserkrankungen, auf Wunsch HIV) ebenfalls im Mutterpass vermerkt.

  • Drei Ultraschalluntersuchungen (ca. im dritten, sechsten und achten Monat) zur Überprüfung von Wachstum und Entwicklung; Maße Ihres Kindes werden im Mutterpass festgehalten.
     

Kostenübersicht

  • Gesetzliche Krankenversicherung: Umfassende, sichere Betreuung während der Schwangerschaft.

  • IGEL-Leistungen (individuelle Gesundheitsleistungen): Erweiterte Untersuchungen, die privat abgerechnet werden und nicht vom Leistungskatalog der GKV abgedeckt sind. Sinnvoll, aber kostenpflichtig.

  • Entscheidung über IGEL-Leistungen: in vertrauensvoller Absprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.

  • Kostenrahmen: Orientierung an der GOÄ; vorab erhalten Sie eine schriftliche Leistungsbeschreibung und ein Kostenvoranschlag.
     

Unsere Beratung

  • Wir klären Nutzen, Notwendigkeit und Kosten verständlich und transparent.

  • Sie entscheiden frei, welche IGEL-Leistungen Sie in Anspruch nehmen möchten.

  • Wir unterstützen Sie bei einer informierten Entscheidung und beantworten Ihre Fragen.

 

Blutuntersuchungen auf Infektionskrankheiten                          

Manche sonst harmlosen Erkrankungen sind für Schwangere mit besonderen Risiken verbunden. Grund ist das noch nicht ausgereifte Immunsystem ungeborener Kinder.

In diesem Zusammenhang spielen v.a. folgende vier Infektionskrankheiten eine Rolle - Cytomegalie, Ringelröteln, Toxoplasmose und die Windpocken.

Infektionen mit diesen Erregern verlaufen meistens ohne Symptome und Beschwerden. Diese Krankheiten stellen für nicht schwangere Personen kaum ein Risiko dar, können jedoch für das Kind im Mutterleib sehr gefährlich werden und zu Fehlbildungen, Entwicklungsstörungen, bis hin zum Tod des Kindes führen. Deshalb sollte bereits in der Frühschwangerschaft eine Blutuntersuchung erfolgen, in der geprüft wird, ob Antikörper (sog. IgG = Gedächtniszellen des Immunsystems) vorliegen. Ohne diese Untersuchung weiß kaum jemand, ob er die Infektion bereits durchlebt hat.

Werden Antikörper nachgewiesen, hatte die Schwangere bereits Kontakt mit dem Erreger und ist vor einer erneuten Infektion geschützt und somit das Ungeborene auch. Stellt sich also heraus, dass ein Schutz besteht, können Sie beruhigt sein.

Wenn Sie keine Antikörper haben und damit nicht geschützt sind, sollten Sie besonders vorsichtig sein und alle 8-10 Wochen Kontrolluntersuchungen durchführen lassen. Denn, sollte es trotz aller Vorsicht zu einer frischen Infektion kommen, kann bei rechtzeitigem Therapiebeginn effektiv behandelt und somit Fehlbildungen des Kindes meist verhindert werden.

Cytomegalie (kurz CMV)                                                                                                 XXX €   + Laborrechnung 13,99 €

Cytomegalie ist eine Viruserkrankung, die meist harmlos verläuft, hoch ansteckend ist und häufig mit einer Erkältung verwechselt wird. Verbreitet wird das Virus durch Speichel, Urin, Tränen, Sperma usw. („Schmierinfektion“. Während der Schwangerschaft ist die Cytomegalie die häufigste Ansteckungskrankheit. Hauptüberträger sind Kleinkinder < Jahren.

 

Ringelröteln (sog. Parvovirus)                                                                                   XXX € + Laborrechnung 13,99 €

Ringelröteln sind eine meist harmlose, jedoch hoch angsteckende Kindererkrankung, die v.a. durch Kleinkinder < 3 Jahren übertragen wird, meist als Tröpfcheninfektion. Symptome sind Fieber, Kopf- und Halsschmerzen und der typische girlandenförmige Hautausschlag.

Wer viel mit Kindern zu tun hat, muss sich besonders vor diesem Erreger schützen.

Toxoplasmose                                                                                                                    XXX € + Laborrechnung 20,40 €

Die Auslöser von Toxoplasmose sind Parasiten, die von Katzen, Katzenkot und rohem Fleisch/ Fleischprodukten sowie ungewaschenem Obst und Gemüse übertragen werden.

Wird eine Infektion während der Schwangerschaft frühzeitig entdeckt, ist eine erfolgreiche Behandlung mit Antibiotika möglich.

Windpocken (sog. Varizellen)                                                                                      XXX € + XXX € Laborrechnung

Mehr als 90% aller Erwachsenen haben im Kindesalter eine Windpockeninfektion erlebt und sind damit in der Regel lebenslang immun. Seit Juli 2004 empfiehlt die STIKO eine Impfung für alle Kinder im zweiten Lebensjahr.

Erweitertes Screenings auf Schwangerschaftsdiabetes                                  XXX € + XXX € Labor                           

(sog. 75g oGTT oder „großer Zuckertest“)                                                               

Während der Schwangerschaft kann auch bei Nicht-Diabetikerinnen eine Form der Zuckerkrankheit auftreten, die man als Gestationsdiabetes bezeichnet. Ein Gestationsdiabetes tritt relativ häufig auf. Etwa 12% der Schwangeren sind davon betroffen.

Ein unerkannter Gestationsdiabetes kann schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind haben.

Im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge ist deshalb zwischen der 25.-28. SSW ein Screenings auf Gestationsdiabetes in Form eines Zuckertestes vorgesehen (sog. oGTT). Der vereinfachte oder auch „kleiner Zuckertest“ mit Trinken von 50g Zuckerösung und einer einmaligen  Blutentnahme nach einer Stunde wird von den gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Sollte dieser Test auffällig sein, schließt sich noch ein weiterer Test an, bei dem 75g Zuckerlösung getrunken werden und 3 Blutentnahmen erfolgen (sog. „großer Zuckertest“).

Mit dem kleinen Zuckertest werden allerdings nur 81% aller Fälle von Gestationsdiabetes erkannt.

Der genauere  Zuckerbelastungstest mit 75g Zuckerlösung hingegen erkennt alle Fälle von Gestationsdiabetes, ist aber leider nur nach auffälligem kleinen Zuckertest oder bei vorliegen von Risikofaktoren (zB. Gestationsdiabetes in der letzten Schwangerschaft, oder Geburt eines Kindes > 4000g) eine Kassenleistung. Wir bieten den „großen Zuckertest“ deshalb ab der 25. SSW als IGEL-Leistung an.

Vitamin D-Bestimmung                                                                                                      XXX € + Laborrechnung  19,59 €

 Vitamin D ist ein Botenstoff, dem eine große Bedeutung für das Wohlbefinden zugesprochen wird.

 Produziert wird Vitamin D in der Leber und schließlich in der Haut unter Einwirkung von Sonnen- bzw. Tageslicht freigesetzt. Da Schwangere weniger Zeit im Freien verbringen oder Sonnenschutzmittel verwenden, kann es zu einem Mangel kommen.

 Vitamin D ist in der Schwangerschaft allerdings besonders wichtig, da es für die Knochenbildung beim Kind bzw. die Knochenerhaltung bei der Mutter essential ist, das Wachstum und die Entwicklung des ungeborenen Kindes fördert, das Immunsystem von Mutter und Kind stärkt sowie Schwangerschaftskomplikationen wie Zucker in der Schwangerschaft, Schwangerschaftsvergiftung und Frühgeburten vorbeugt und sich positiv auf die neurologische Entwicklung des Ungeborenen auswirkt.

Zusammenfassend ist es daher ratsam, den Vitamin D Spiegel im Blut bestimmen zu lassen und ggf. ein Defizit durch Nahrungsergänzungsmittel auszugleichen.

Ferritin-Bestimmung                                                                                                                  XXX € + XXX € Laborrechnung

Ferritin ist ein Protein, das im Körper als Eisenspeicher dient und ein wichtiger Indikator für den Eisenstatus ist. Ein ausreichender Ferritinspiegel ist essentiell für die Bildung von Hämoglobin (sog. roter Blutfarbstoff), das in den roten Blutkörperchen verbaut wird und für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich ist.

In der Schwangerschaft kann - insbesondere im zweiten und dritten Teil - der Eisenbedarf steigen. Ein Eisenmangel führt zu Müdigkeit, Erschöpfung und Kurzatmigkeit und erhöht das Risiko für Infektionen, Frühgeburt, niedrigem Geburtsgewicht und Blutungen.

 

Im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge erhalten Sie als Kassenleistung regelmäßige Kontrollen Ihres Hämoglobinwertes (sog. Hb), dieser kann jedoch noch im Normbereich liegen, obwohl ihr Eisenspeicher bereits fast ausgeschöpft ist. Erst wenn der Ferritinspeicher komplett aufgebraucht ist, wird die Produktion von Hämoglobin gedrosselt und der Hb-Wert sinkt.

 

Ein frühzeitig entdeckter Ferritin-Mangel kann mit einer oralen Einnahme von Eisentabletten sehr gut behandelt werden und verhindert Komplikationen während der Schwangerschaft. Eine Bestimmung des Ferritin-Wertes wäre im zweiten und dritten Teil der Schwangerschaft ratsam.

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